
Prävalenz und Charakteristika von Rücken- und Nackenschmerzen in der deutschen Erwachsenenbevölkerung: Ergebnisse der BURDEN 2020 Studie
Diese repräsentative telefonische Querschnittbefragung von 5.009 Erwachsenen in Deutschland (Oktober 2019 bis März 2020) quantifiziert erstmals umfassend die Prävalenz von Rücken- und Nackenschmerzen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lokalisationen und deren Überlappung. Die Ergebnisse zeigen, dass 61,3% der Befragten innerhalb der letzten zwölf Monate von Rückenschmerzen berichten, wobei Schmerzen des unteren Rückens (52,9%) etwa doppelt so häufig auftreten wie Schmerzen des oberen Rückens (27,4%), während 45,7% Nackenschmerzen angeben. Mit 15,5% leidet etwa jeder sechste Befragte unter chronischen Rückenschmerzen (≥3 Monate, fast täglich), wobei Frauen mit 18,5% signifikant häufiger betroffen sind als Männer (12,4%). Die Häufigkeit von Schmerzattacken steigt mit dem Alter deutlich an, von durchschnittlich 4,4 Tagen pro Monat bei 18- bis 29-Jährigen auf 14,8 Tage bei über 70-Jährigen, während die Schmerzintensität über alle Altersgruppen weitgehend konstant bleibt, wobei etwa zwei Drittel der Betroffenen von allenfalls mäßig starken Schmerzen berichten. Diese Daten bilden die Grundlage für die nationale Krankheitslastberechnung (Years Lived with Disability, YLD) und unterstreichen die Public-Health-Relevanz muskuloskelettaler Schmerzerkrankungen in Deutschland. (Veröffentlichung: März 2021)
Autoren: Elena von der Lippe, Laura Krause, Michael Porst, Annelene Wengler, Janko Leddin, Anja Müller, Marie-Luise Zeisler, Aline Anton, Alexander Rommel, BURDEN 2020 study group.
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